SOMMER AUF ASPHALT

Ambition steht Les nicht unbedingt auf der Stirn geschrieben. Tagsüber verdient sie ihr Geld als Fahrradkurierin, Nachts gibt sie sich zusammen mit ihren Freunden dem Feierrausch hin. Les lebt nur im Moment, Pläne für die Zukunft zu schmieden ist für sie ein unbekanntes Konzept. Das ändert sich jedoch, als nicht nur auf einmal ihr Vater Bert nach langer Funkstille vor der Tür steht, sondern Les auch noch ungeplant schwanger wird. Sie muss nun ungewohnterweise eine schwere Entscheidung treffen. Soll sie das Kind behalten, und welche Rolle soll der Kindsvater Tyler dabei spielen? Und was ist eigentlich wirklich mit ihrem Vater los…?

Regisseur Simon Ostermann, der mit Mala Emde bereits für die Dramedy „Oh Hell“ zusammengearbeitet hat, erzählt eine sommerlich leichte und zu Herzen gehende Geschichte über Verantwortung und die Suche nach dem richtigen Platz im Leben, die längst nicht nur mit einer fantastischen Vater-Tochter-Dynamik begeistert.

D 2026 – 92 Min – Regie: Simon Ostermann – Mit: Mala Emde, Christoph Maria Herbst, Aaron Hilmer u. a.

„Sommer auf Asphalt“ ist eine Vater-Tochter-Tragikomödie, die schwungvoll das Thema Familie erforscht. Einerseits: Wie schön es sein kann, die, die man schon hat, wiederzuentdecken. Andererseits: Wie auch Freunde Familie sein können. Es ist kein exklusiver Begriff, er gilt immer da, wo Menschen füreinander da sein wollen.

Bei aller Melodramatik setzt diese Vater-Tochter-Story auf eine angenehme Leichtigkeit, auf warmherzige Tonalität sowie gelungene Komik. Das Figurenkabinett ist plausibel aufgestellt und glaubwürdig besetzt. Mala Emde („Köln 75“) gibt die quirlige Fahrradkurierin mit der richtigen Mischung aus Unbeschwertheit und Nachdenklichkeit. Als tollpatschiger Kollege und kommender Vater gibt Aaron Hilmer („Das schönste Mädchen der Welt“) gekonnt den liebenswerten Sidekick mit lässigen Sprüchen à la: „Wir werden krasse Eltern! Babys sind immer für dich da.“ Leinwandpräsent wie immer gibt Christoph Maria Herbst den Vater mit chronischer Versagensangst, der im Angesicht des Todes über sich hinauswächst. Mit maximalem Minimalismus macht der Mime einmal mehr das Publikum zum Komplizen und lädt mit unaufdringlichem Charme zur Empathie. (programmkino.de)