ALL MY SISTERS

Teheran, Iran. Zwischen 2007 und 2025 begleiten wir drei Schwestern beim Aufwachsen in einer liebevollen Familie: Von früher Kindheit bis zum Alltag als junge Frauen auf der Suche nach Freiheit. Traditionell erzogen, werden die Schwestern Zeuginnen und Protagonistinnen der Kämpfe einer Jugend in steter Bewegung. Wie sieht ihre Zukunft in der heutigen iranischen Gesellschaft aus?

Mahya und Zahra sind noch Kinder, als ihr Onkel Massoud Bakhshi im Jahr 2007 in Teheran beginnt, sie mit der Kamera zu begleiten. Die Szenen wirken wie aus einem typischen Homemovie: Die Schwestern schaukeln, spielen Beauty-Salon und liegen einander lachend in den Armen, als im Hintergrund bereits gesellschaftliche Regeln zu greifen beginnen: Darf man tanzen? Darf man Haut zeigen, und warum eigentlich nicht? In der Schule und in der Familie lernen die Mädchen, wie der Hijab richtig gefaltet, beschriftet und getragen wird. Religiöse Erzählungen der Großmutter und beiläufige Ermahnungen schleichen sich in ihren Alltag, noch bevor sie selbst begreifen, was ihnen auferlegt wird. Die Schwestern sind sich selten einig, widersprechen Erwachsenen und einander. Später kommt eine dritte kleine Schwester, Maleka, hinzu.

Heute sitzen die mittlerweile erwachsenen Frauen in einem dunklen Raum und blicken auf ihre Kindheit zurück. Sie lachen über die mädchenhaften Schreie beim Bürsten der Haare und über ihre damaligen Spiele. Der Onkel unterbricht eine Szene: Brillant findet er sie, aber leider unbrauchbar – wegen des Kleides. Während im Iran Proteste auflodern, wird auch innerhalb der Familie gestritten. Die Großmutter wirft Zahra vor, politisch geworden zu sein. Doch die widerspricht: Es gehe nicht um Religion.

All My Sisters zeigt, wie sich Zorn und Widerstand verschränken und wie Frauen lernen, ihre Energie, ihre Stimmen, ihre Rechte und ihre eigenen Bilder zu verteidigen. (Naomi Wood)

Ö / F /D / Iran 2025 – 78 Min – Regie: Massoud Bakhshi –
Originalfassung mit dt. Untertiteln

„Diese feministische Coming-of-Age-Geschichte ist eine fesselnde und auf subtile Weise subversive Mischung aus Persönlichem und Politischem. Der FIlm entfaltet sich fast wie eine dokumentarische Version von Richard Linklaters sich über ein Jahrzehnt erstreckende Familiensaga BOYHOOD“ 
 – The Film Verdict 
★★★★★

„ALL MY SISTERS ist nicht nur eine zutiefst persönliche Familiengeschichte und eine politische Erzählung, die mit den historischen ‚Frau, Leben, Freiheit‘-Protesten im Iran im Jahr 2022 verbunden ist, sondern auch ein schonungsloser Blick auf die Ethik des Dokumentarfilms“
Variety
★★★★★

„ein einzigartiges und bewegendes Werk.“ 
– Cinema Austriaco 
★★★★★