DIE DOHNAL + Filmgespräch mit Enkelin Mag.a Johanna-Helen Dohnal | Di, 06.10.2020 NUR um 19 UHR | Stadtkino Gmunden

DIE DOHNAL setzt der Ikone der österreichischen Frauenpolitik ein Denkmal. Die Enkelin von Johanna Dohnal, Frau Mag.a Johanna-Helen Dohnal kommt zum Filmgespräch nach Gmunden.

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Doku - Ö 2019 - 104 min - Regie: Sabine Derflinger - Prädikat: wertvoll

Festivals: Int. Hofer Filmtage 2019, DE | Viennale 2019, AT | Int. Filmwochenende Würzburg 2020, DE | Int. Frauenfilmfestival Köln 2020, DE | Bolzano Film Festival 2020, IT | Diagonale 2020, AT | Gender Bender 2020, IT

Preise und Auszeichnungen: Großer Diagonale Preis - Bester Dokumentarfilm / Preis für außergewöhnliche Produktionsleistung (Diagonale 2020, AT)

 
Zweifellos herrscht heute unter all denen, welche die österreichische Innenpolitik der letzten fünfzig Jahre mit Interesse verfolgt haben, Konsens darüber, dass Johanna Dohnal die Frauenpolitikerin ist, der die nachhaltigste Wirkung, die je eine österreichische Frauenministerin hatte, nicht abgesprochen werden kann. Es ist nicht verwunderlich, dass sie heute mit Attributen wie „Pionierin“, „Koryphäe“, „Galionsfigur“, „Ikone“ der österreichischen Frauenpolitik versehen wird und, in Anlehnung an die französische Nationalheldin Jeanne d’Arc, auch schon mehr als einmal - und das war nicht ironisch gemeint - die „heilige Johanna“ genannt worden ist.Bereits zu dem Zeitpunkt, als sie zunächst als Bezirksrätin und dann in der Wiener Kommunalpolitik als Stadträtin und Landtagsabgeordnete tätig war, hat man ihre Fähigkeiten und ihr politisches Ausnahmetalent rasch erkannt. Nicht umsonst avancierte sie 1979 unter Bruno Kreisky zur Staatssekretärin für allgemeine Frauenfragen und 1990 zur ersten Frauenministerin Österreichs.
Ihr abruptes und unfreiwilliges Ausscheiden aus der Bundesregierung im April 1995 hat ein tiefes Loch hinterlassen, das bis heute nicht gefüllt werden hat können.
Johanna Dohnal hat in ihrem Berufsleben ihre Ziele, sei es die tatsächliche Gleichstellung und Gleichbehandlung von Mann und Frau in allen Lebensbereichen, sei es der Kampf gegen Gewalt an Frauen, seien es rele-vante sozialpolitische Anliegen, mit unbeirrbarer Beharrlichkeit verfolgt, die so manchem ihrer Gegner Angst gemacht hat, besonders denen, die ihren eigenen Machtverlust befürchteten. „Von Männern gefürchtet, von Frauen geliebt“, heißt es in einem Text über sie – das mag vielleicht manchen zu plakativ formuliert sein, schließlich hat es ja durchaus Männer gegeben, die sie und ihre Arbeit geschätzt haben, und es hat (leider) auch Frauen gegeben, die sie strikt abgelehnt haben, aber im Grunde wird hier schon auch die Tatsache angesprochen, dass es da eine Frau gab, die Auseinandersetzungen mit einer Phalanx von sie skeptisch beobachtenden Menschen nicht scheute, die sich nicht willfährig den Diktaten des Patriarchats beugte, sondern sachlich und klug argumentierte und konsequent ihre Meinungen vertrat. Das mag dazu geführt haben, dass manche sie bisweilen als hart und nicht sonderlich sympathisch gesehen haben. Sie nahm das in Kauf, der Sache wegen. Dass hinter der harten Schale ein emotional sehr verletzlicher Mensch verborgen war, wird auch in Die Dohnal augenfällig.
Derflingers Dokumentarfilm wird nicht wie ein traditioneller, chronologisch ablaufender Film von A bis B erzählt, am Anfang der narrativen Linie steht das Ende ihrer Karriere als Staatssekretärin und Frauenministerin, von daher wird ihre Geschichte aufgerollt.Laut Derflinger ist das von ihr verwendete Archivmaterial das Herz des Films. Clever geschnittenes Archivmaterial wird verknüpft mit verschiedensten Interviews aus der jüngsten und der schon länger zurückliegenden Vergangenheit – und lässt den Film zu einem komplexen Ganzen werden.Immer haben diese InterviewpartnerInnen etwas mehr oder weniger Konkretes mit Johanna Dohnal und den von ihr vertretenen Anliegen zu tun, seien es die Jungpolitikerinnen aus der SPÖ, die jungen feministischen Journalistinnen, die schon älteren Vertreterinnen der autonomen Frauenbewegung der 70er Jahre, die ehemaligen Mitarbeiterinnen, die zum Girls’ Day und anderem befragten Jugendlichen; dasselbe gilt für die vielen Einzelinterviews mit Personen beiderlei Geschlechts, die – im weitesten Sinn - beruflich mit Johanna Dohnal zu tun hatten, aber auch ganz besonders mit ihrer Tochter, ihrer Enkelin und ihrer Lebenspartnerin, die uns einen Einblick in die Welt der privaten Johanna Dohnal erlauben.