BUT BEAUTIFUL mit Regisseur Erwin Wagenhofer | Mo, 20.01.2020 NUR um 19 UHR | Stadtkino Gmunden Vergrößern

BUT BEAUTIFUL mit Regisseur Erwin Wagenhofer | Mo, 20.01.2020 NUR um 19 UHR | Stadtkino Gmunden

In seinem neuen Dokumentarfilm fühlt Erwin Wagenhofer wieder den gesellschaftlichen Puls, diesmal allerdings hat sich sein Blickwinkel geändert. Wagenhofer begibt sich auf die Suche nach dem gelebten Guten. Weniger Anklage, mehr positive Inspiration soll "But Beautiful" sein.

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8,99 €

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Dokumentation - 116 Min - Deutschland, Österreich 2019 - Regie & Kamera: Erwin Wagenhofer - Buch: Erwin Wagenhofer, Sabine Kriechbaum - Darsteller: Kenny Werner, Barbara und Erich Graf, Shahnaz Banu, Bunker Roy, Kamla Devi, Basanta, Lucia Pulido, Erwin Thoma, Mario Rom, Lukas Kranzelbinder, Herbert Pilker, Jetsun Pema, Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama.

REGISSEUR ERWIN WAGENHOFER KOMMT ZUM FILMGESPRÄCH NACH GMUNDEN

Aus dem Ö1-Mittagsjournal vom 11.11.2019: https://oe1.orf.at/artikel/664813/But-Beautiful-von-Erwin-Wagenhofer

Wagenhofer zählt seit Jahren zu den profiliertesten österreichischen Dokumentarfilmern. "We Feed the World", "Let’s Make Money" oder "Alphabet" wurden mehrfach ausgezeichnet und waren auch international erfolgreich. Eine sensible Geschichte über die Annäherung zweier Menschen aus unterschiedlichen sozialen Welten, deren Begegnung beiden neue Perspektiven eröffnet.

Erwin Wagenhofer präsentiert in "But Beautiful" acht leuchtende Beispielen gelungener zukunftsorientierter Lebensentwürfe. 116 meditative Minuten lang. Vom österreichischen Jazz-Musiker Mario Rom, über die kolumbianische Sängerin Lucia Pulido, die symbolisch dafürsteht, dass Wagenhofer im Weiblichen und nicht im Männlichen die Zukunft sieht.

Ein Salzburger Förster, Erwin Thoma, philosophiert über den Wald als Vorbild ("Es wird uns jeden Tag erzählt, dass alles knapp ist. In Wirklichkeit aber haben wir von nichts zu wenig, sondern nur falsche Konzepte. Ein Baum dagegen tut nur das, was nötig ist, was er kann und was gleichzeitig für alle gut ist.") "But Beautiful" porträtiert auch ein Schweizer Paar, das Leben und Familie rund um die Permakultur aufbaut. Auch der Dalai Lama und seine Schwester stimmen ein. Aus dem Mund des höchsten Meisters kommt auch eine zentrale Aussage des Films - alles ist verbunden, nichts existiert unabhängig.

Meditativ lässt Wagenhofer seine Kamera über abendliche Schneelandschaften gleiten. Folgt dem Permakultur-Pärchen durch sein alternatives Eden oder zeigt indische Frauen, die sich als "solar mamas" emanzipieren. Zentrale Metapher für den frei fließenden Gedankenstrom jenseits von Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum ist der Jazz - als sanfter fließender Strom, der sich geschmeidig als philosophischer Urfluss durch den Film zieht. John Coltrane wird zum Gefäß stilisiert, durch das Musik fließt. Coltrane nehme auf, er produziere nicht, heißt es im Film.

"Connectedness", Verbundenheit, Transzendenz - diese Begriffe positioniert Wagenhofer als Gegengewicht zur Geschichte vom Fortschritt. Damit reduziert er naturgemäß Komplexität und verliert mitunter auch an Bodenhaftung und Erdung.

In diesem impressionistischen Film-Gemälde bleiben manche Protagonisten bei aller Vorbildhaftigkeit statisch und entwickeln sich nicht. Die entscheidende Einsicht, den Schritt hin zum "guten Leben" haben sie bereits hinter sich. "Es gibt ein System", erklärt der Niederösterreicher, "von dem permanent behauptet wird, es gebe dazu keine Alternative und ich wollte eine Alternative zeigen. Mehr gibt’s eigentlich nicht zu sagen."

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programmkino.de meint zum Film:
„Wo bleibt das Positive?“, wurde einst Erich Kästner genervt. Filmemacher Erwin Wagenhofer ging auf die Suche. Nach seinen streitbaren Filmen „We Feed The World“, „Let’s Make Money“ und „Alphabet“ widmet sich der renommierte  und vielfach  ausgezeichnete Regisseur Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben, um eine zukunftsfähige Welt zu gestalten. Seine poetische Hommage vermittelt Zuversicht und motiviert. Der Zuschauer erlebt Frauen ohne Schulbildung, die Solaranlagen für Dörfer auf der ganzen Welt bauen, Permakultur-Visionäre auf La Palma, die Ödland in neues Grün verwandeln und einen österreichischen Förster, der die gesündesten Häuser der Welt entwickelt hat. Und bei allen aufgezeigten Perspektiven fehlt nicht die inspirierende Macht der Musik. Exzellenter Jazz trägt und verbindet die eindrücklichen Bilder.