DER VORNAME | Di, 04.12.2018 | Stadtkino Gmunden Vergrößern

DER VORNAME | Di, 04.12.2018 | Stadtkino Gmunden

Kaum eine Frage an werdende Eltern ist heikler als die nach dem Namen für den Nachwuchs. Doch was passiert, wenn das Kind "Adolf" heißen soll? In Sönke Wortmanns neuem Film "Der Vorname" laufen Christoph Maria Herbst, Florian David Fitz und Caroline Peters zur Höchstform auf.

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Deutschland 2018 - 91 Min - Regie: Sönke Wortmann - Buch: Claudius Pläging basierend auf „Le Prénom“ von Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte - Darsteller: Christoph Maria Herbst, Florian David Fitz, Caroline Peters, Janina Uhse, Justus von Dohnányi, Iris Berben u. a. - OdF

Es hätte ein wunderbares Abendessen werden können, zu dem Stephan (Christoph Maria Herbst) und seine Frau Elisabeth (Caroline Peters) in ihr Bonner Haus eingeladen haben. Doch als Thomas (Florian David Fitz) verkündet, dass er und seine schwangere Freundin Anna (Janina Uhse) ihren Sohn Adolf nennen wollen, bleibt den Gastgebern und dem Familienfreund René (Justus von Dohnányi) bereits die Vorspeise im Hals stecken. Man faucht einander Wahrheiten ins Gesicht, die zugunsten eines harmonischen Zusammenseins besser ungesagt geblieben wären. Starke Egos geraten aneinander, Eitelkeiten werden ausgespielt und der Abend eskaliert: Die Diskussion über falsche und richtige Vornamen geht in ein Psychospiel über, bei dem die schlimmsten Jugendsünden und die größten Geheimnisse aller Gäste lustvoll serviert werden.

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Der Film basiert auf dem französischen Theaterstück, »Le prénom« von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière, das 2010 in Paris uraufgeführt und mit riesigem Erfolg erstmals 2012 verfilmt wurde. Auch in Sönke Wortmanns Nachzügleradaption erweist sich die Vorlage als so unkaputtbar lustig und pointensicher wie ein Molière-Stück. Wortmann vollzog hie und da ein paar Änderungen...

Die geschliffenen Dialoge und die boshafte Polemik, die Abgründe zwischen hochtönender Moral und kleingeistiger Gehässigkeit, zwischen politisiertem Über-Ich und egoistischem Es, entfalten auch in der Übersetzung ihre Wirkung: Man sieht in einen Spiegel und lacht. Die vorrangige Stoßrichtung dieser hitzigen Sittenkomödie ist das linksliberale Besserwissertum von Stephan, der als Literaturprofessor ein etwas zu plattes Klischee akademischen Dünkels verkörpert. Im Dauerhahnenkampf mit Schwager Thomas, der, »ohne Abitur!«, wie Stephan schäumt, als Immobilienmakler reich wurde und in Stephans Denksystem also eher »rechts« steht, wird seine antifaschistische Rage auch als Ausdruck von Neid und narzisstischer Kränkung demaskiert. Christoph Maria Herbst spielt diesen Giftnickel mit noch größerer Aggressivität als gewohnt. Florian David Fitz als lässiger Widerpart bekommt in der zweiten Filmhälfte, in der auf das Streitthema Adolf eine weitere schockierende Enthüllung folgt, sein Fett weg. -  Schöner wurde in deutschen Komödien selten gestritten. (EPD-Film)